Dr. Werner Widuckel und Harald Unfried im Talk

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V.l.n.r.: Willi Dürr, Harald Unfried, Dr. Werner Widuckel, Johanna Werner-Muggendorfer, Anja König, Ruth Müller 

Bad Gögging. – Auf Einladung der SPD-Landtagsabgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer konnten die Sozialdemokraten im Wahlkreis Landshut-Kelheim am vergangenen Freitag im Bad Gögginger Kurhaus den wirtschaftspolitischen Berater von Christian Ude, Prof. Dr. Werner Widuckel begrüssen. Widuckel, vormals Personalvorstand der Audi AG und Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg diskutierte mit dem örtlichen SPD-Bundestagsabgeordneten Harald Unfried aus Landshut über sozialdemokratischen Pläne für die Wirtschafts- und Sozialpolitik.

Professionell moderiert wurde der Talk von der Landshuter SPD-Kreisvorsitzenden Ruth Müller. Werner Widuckel fokussierte sich stark auf die bayerische Landesentwicklung. In der Gewährleistung gleichwertiger Lebensverhältnisse, bei der Entwicklung der Infrastruktur und bei der Energiewende gebe es in Bayern große Defizite. „Bayern ist gespalten in Regionen mit Wachstumsschmerzen und mit Abwanderungsproblemen“, so Widuckel. Eine SPD-geführte Staatsregierung werde das ambitionslose Landesentwicklungsprogramm komplett überarbeiten und Infrastrukturmaßnahmen ergreifen, um geschwächte Regionen zu stärken und überlastete Regionen zu entlasten. „Der notwendige Erhalt von Straßen und weiteren Verkehrswegen sowie öffentlichen Gebäuden ist dramatisch unterfinanziert. Zudem brauchen finanzschwächere Kommunen ein höheres Maß an Unterstützung“, erklärte Widuckel den Zuhörern. Eine sozialdemokratisch geführte Staatsregierung werde einen Kassensturz vornehmen und den Finanzbedarf realistisch kalkulieren: „Hieran wird eine verlässliche Planung anknüpfen, die Schritt für Schritt die erforderlichen Projekte umsetzt. Dies ist insbesondere für mittelständische Unternehmen überlebensnotwendig.“ Grenzüberschreitend und angepasst an die Gesamtentwicklung des ganzen Landes muss für Widuckel beim Thema Energiewende gehandelt werden. Vor allem müssten Speicherenergien verstärkt werden und sinkende Preise beim Kunden ankommen.

SPD-Bundestagskandidat Harald Unfried erläuterte die Marschroute der SPD in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Die SPD werde zuförderst den Wert der Arbeit wiederherstellen. Dazu gehöre die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes, damit jeder Vollzeitbeschäftigte seinen Lebensunterhalt aus eigener Kraft bestreiten könne. Zudem werde die SPD die Leiharbeit zurückdrängen und für Leiharbeitnehmer „gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit“ durchsetzen. Die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverhältnissen wolle die SPD abschaffen, „damit endlich wieder längerfristige Lebensplanungen möglich werden“, so Unfried. In der Rentenpolitik setze sich die SPD für einen abschlagsfreien Rentenbezug nach 45 Versicherungsjahren ein. Mit der sog. „Mütterrente“ müsse auch endlich eine Gerechtigkeitslücke bei den vor 1992 geborenen Kindern geschlossen werden, so der Bundestagskandidat abschliessend. Für Millionäre werde die SPD künftig wieder die Vermögenssteuer erheben, damit auch die grossen Vermögen wieder zur Finanzierung des Gemeinwesens herangezogen würden. Das Schlusswort sprach die Bezirkstagskandidatin Anja König aus Landshut, die an die Zuhörer appellierte, in den nächsten Monaten mit aller Kraft für die sozialen Alternativen der SPD zu werben.