SPD zeigt „Gesicht gegen Rechts“

NPD_Demo_Juli_13

SPD- Mitglieder bei der Gegenkundgebung zur NPD- Veranstaltung in Kelheim

Am 17. Juli rollte der NPD- Truck durch Niederbayern. Nach Straubing war Kelheim eine weitere Anlaufstation der NPD. Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden des Termins hatten sich einige Unterstützer über Telefon, Email und Internet formiert, um den Nazis zu zeigen: „Ihr seid hier nicht willkommen!“

Schon bei der Einfahrt in die Innenstadt machten die Gegendemonstranten – unter ihnen auch die beiden stellvertretenden Bezirksvorsitzenden der SPD Niederbayern, Johanna Werner- Muggendorfer, MdL und Ruth Müller, mit lauten „Nazis- raus“- Rufen deutlich, was sie von der angekündigten Kundgebung hielten.

Äußerst aggressiv verhielten sich die NPD- Mitglieder, die mit Regenschirmen bewaffnet, aus dem fahrenden Kleinstransporter sprangen und die Teilnehmer der Gegenkundgebung zurückdrängten und schubsten.

In einer Seitenstraße der Kelheimer Altstadt baute die NPD ihren Truck samt Equipment auf und ließ ihre Reden vom Stapel. Angekommen ist bei den Kelheimer Bürgerinnen und Bürgern davon nichts, denn die Teilnehmer der Gegenkundgebung übertönten die Reden mit „Nazi- raus“- Rufen, Trillerpfeifen und „Buh- Rufen“.

Der Pfarrer der evangelischen St.- Matthäus- Kirche ließ es sich nicht nehmen, die Aktion gegen die Nazis auf seine Weise zu unterstützen: Während der NPD- Kundgebung läuteten ununterbrochen die Kirchenglocken vom benachbarten Turm und übertönten so die fremdenfeindlichen Parolen der Nazis.

Ein Zeichen für Toleranz und das Miteinander der Kulturen wollte der Dönerbuden- Besitzer Ali Akkaya setzen: Er hatte Döner vorbereitet und wollte sie den NPD- Funktionären überreichen, als ein Zeichen für ein friedliches Miteinander und für die Vielfalt der Kulturen. Doch die Polizei ließ Ali nicht durch die Absperrung. Courage hätte er allemal bewiesen. Jedenfalls deutlich mehr als der Bürgermeister von Kelheim, der nur aus dem gegenüberliegenden Rathausfenster die Kundgebung betrachtete.