Forschung für Energiespeicher wird vorangetrieben

Anfrage von MdL Werner-Muggendorfer zur Entwicklung der Erneuerbaren Energien im Freistaat

Der Anteil der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien im Freistaat steigt konstant. Bis 2012 umfasste sie  33,7 Prozent der gesamten Stromerzeugung von 93.720 Gigawattstunden (GWh). Das Problem liegt jedoch in der Technologie geeigneter Stromspeicher.

Das ergibt sich aus einer entsprechenden Anfrage der niederbayerischen SPD-Abgeordneten Johanna Werner Muggendorfer aus Neustadt an der Donau (Landkreis Kelheim). Auskunft erhielt die Politikerin vom Landesamt für Umwelt (LFU).

Die Zahl der Photovoltaik-Einrichtungen ist im Freistaat von 216.600 zwischen 2009 und 2012 auf 425.300 gestiegen. Photovoltaik macht den Löwenanteil der Erneuerbaren Energien aus.  In Niederbayern stieg ihr Anteil von 47.600 Anlagen vor fünf Jahren auf 91.500 im Jahr 2012. Aus Biomasse wird in Bayern mittlerweile in 3460 Anlagen Strom erzeugt. In Niederbayern waren es im Jahr 2012  520 Anlagen.  2009 waren es 370 Anlagen.

Windkraftwerke wurden im Freistaat bis 2012  514 erfasst, wobei in Niederbayern es nur 12 sind, die bis 2012 standen. Seit 2009 hat sich hier nichts verändert. Wasserkraft wird im Freistaat in 4.141 Anlagen zur Stromerzeugung genutzt, in Niederbayern sind es 789.

Schlecht sieht es mit der Geothermie aus. Sie wird nur in Oberbayern an vier Standorten genutzt.

Stromspeicher spielen im Zuge der Energiewende eine wachsend bedeutende Rolle. Daher wird auf diesem Gebiet auch fleißig geforscht.

So ergründen Experten an der TU München gemeinsam mit Kollegen aus dem  Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE) und der Fa. Varta Fakten für die Entwicklung und Optimierung von stationären Speichern. Ebenso sind sie dabei, ein Modellvorhaben speziell für  sogenannte Redox-Flow-Batterien zur Stromspeicherung zu entwickeln. Beide Projekte umfassen ein Gesamtvolumen von 60 Millionen Euro. Das ZAE forscht zudem an der thermischen Speicherung.

Derzeit befindet sich  außerdem die Fraunhofer-Projektgruppe ,,Elektrochemische Speicher“ im Aufbau. Dafür stehen 20 Millionen Euro aus Landesmitteln zur Verfügung.

Neue Schwerpunkte zur Wasserstofferzeugung und zum Wasserstoffeinsatz wurden  an der Friedrich-Alexander-Univetät Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit dem Energie-Campus Nürnberg ins Leben gerufen.  Im  Modellvorhaben ,,Bavarian-Hydrogen-Center“ wird an der „elektrolytischen Wasserstoff-Erzeugung und  – Speicherung mit Energietragenden Stoffen “ gearbeitet.

Am Fraunhofer UMSICHT, dem Institutsteil in Sulzbach-Rosenbeurgd sowie an der Fraunhofer-Projektgruppe BioCat gibt es ein Centrum für  Energiespeicher (CES). Dort steht die Forschung von chemischen und thermischen Energiespeichern im Mittelpunkt. Hierfür stehen 20 Millionen Euro an Fördermitteln  zur Verfügung.

Ferner werden innovative Einzelprojekte zur Flexibilisierung der Stromerzeugung  gefördert. Beispiele dafür sind Vorhaben, die es ermöglichen, überschüssige Wärme zu speichern und als Energielieferant  nutzen.