Mooraufbereitung: Für das Gesundheitsministerium nicht möglich

Dabei arbeitet Bad Gögging seit Jahrzehnten erfolgreich damit / Anfrage von  MdL Werner-Muggendorfer

„Offensichtlich scheint  die Mooraufbereitung, wie sie in Bad Gögging erfolgt, dem Gesundheitsministerium nicht bekannt zu sein“, sagt MdL Johanna Werner-Muggendorfer. Das geht aus einer entsprechenden Anfrage der SPD-Abgeordneten aus Neustadt an der Donau (Landkreis Kelheim) hervor.

Moor werde schon aus hygienischen Gründen für die Anwendung grundsätzlich nur einmal  verwendet. Der Staatsregierung lägen daher keine Kenntnisse zur Möglichkeit einer  Aufbereitung vor.

Warum das? Fragt sich Johanna Werner-Muggendorfer, die nur wenige Kilometer weit von Bad Gögging wohnt. Dort wird seit den 80er-Jahren Moor wieder aufbereitet. Der genutzte Schlamm kehrt in die entsprechende Lagerstätte zurück und regeneriert sich dort, um nach einigen Jahren wieder verwendet zu werden.

Das Ministerium stellt lediglich die Kurorte heraus, die mit dem örtlich vorkommenden Moor als Alleinstellungsmerkmal werben.  In den anderen Badeorten gebe es daneben u.a. heilsame Mineralquellen und entsprechendes Klima.  Dass Bad Gögging außerdem über Thermal- und vor allem intensives Schwefelwasser verfügt, wird nicht erwähnt. „Der Kurort besitzt  mit diesen drei Naturvorkommen einen ganz  besonderen Stellenwert unter den 47 Heilbädern und Kurorten in Bayern“, weiß Johanna Werner-Muggendorfer. Damit („Dreifach g’sund“) wird auch erfolgreich geworben.

Die Standorte mit Moorvorkommen haben wie die übrigen Bäder nach Ansicht der Staatsregierung für den Tourismusstandort Bayern „vor allem im ländlichen Raum größte Bedeutung“.

Insgesamt verbuchen alle bayerischen Kurorten ein Viertel der Übernachtungen im Freistaat. Sie erwirtschaften zusammen  einen Bruttoumsatz von 3,69 Milliarden Euro im Jahr.  Insgesamt leben davon 82.000 Menschen.

Durch die Gesundheitsreform (nur noch wenig Leistungen auf Rezept)  ist die Zahl der Selbstzahler vor allem für präventive Therapien mittlerweile auf 80 Prozent gestiegen. Sie nutzen den Aufenthalt in den bayerischen Kurorten vor allem zu kurzen  Aufenthalten,: Dem Gesundheits-Urlaub zwischendurch, den z.B. 2012  12,3 Prozent der Deutschen buchen.

Die gesunden Orte im Freistaat haben nach Ansicht der Staatsregierung „erfolgversprechende Aussichten, sich auf dem nationalen und internationalen Gesundheitsmarkt zu behaupten“. Zumal sie sich zu „modernen  Gesundheitszentren“ gewandelt hätten.  Daher werden die meisten vom Bayerischen Wirtschaftsministerium vor allem auch im Marketing  unterstützt. Das lässt sich der Freistaat für alle 47 Bäder satte 10 Millionen Euro bis Ende dieses Jahres kosten.

Die Kurorte mit natürlichen Moorvorkommen würden das Heilmittel neuerdings jedoch  nicht nur bei Erkrankungen von Knochen und Muskeln erfolgreich anwenden. Auch bei Burnout oder zur Prävention dieser neuen Krankheit würden Konzepte mit der Anwendung von Moor entwickelt und bereits erfolgreich praktiziert.

Die Staatsregierung sieht daher „große Chancen für eine zukünftige Aufwertung des Moors als ortsgebundenes Heilmittel in den bayerischen Kurorten.“