Bekämpfung der Stechmücken: Wirkungsvolle Umsetzung schwierig

Johanna Werner-Muggendorfer fordert verantwortungsvollen Umgang

Es gibt bereits Gebiete, in denen ein Stechmückenmanagement erfolgreich realisiert wird. Dennoch weiß Johanna Werner-Muggendorfer: „Die Umsetzung einer wirkungsvollen Bekämpfung ist schwierig“. Denn für die SPD-Landtagsabgeordnete aus Neustadt an der Donau (Landkreis Kelheim) gilt: „Der Verantwortungsvolle Umgang mit der Bekämpfung der Insekten ist oberstes Gebot.“

An Donau und Amper setzen die Kreisverwaltungsbehörden von Eichstätt, Straubing, Regensburg sowie Fürstenfeldbruck bereits seit 1997 und den letzten 2000er-Jahren, in bestimmten Zeiträumen Toxine ein, die den „Bacillus thuringiens“ (B.t.i.) enthalten. An Steh- und stillen Gewässern wird das Mittel in den Uferbreichen des Chiemsees und an den Osterseen verwendet. Das ergaben die Antworten aus dem Umweltministerium auf die Anfrage der SPD-Politikerin. B.t.i. sei besonders wirksam gegen Stechmücken im Larvenstadium, die ausschließlich in stehenden Gewässern (Tümpel, Pfützen, Regentonnen, Überschwemmungsgebiete) vorzufinden sind. Laut Ministerium ist der Einsatz allerdings „ökologisch nicht unbedenklich“. Der Grund: Es werden auch harmlose Mücken getötet, „die eine ´wichtige Nahrungsgrundlage für Fische, Vögel, Fledermäuse und Libellen darstellen“. Daher sei der Einsatz von B.t.i. auf geschützten Flächen (z.B. in FFH-Gebieten) nur mit der Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörden möglich.

Auch die Larven der Tigermücke, die aus Asien nach Süd- und Mitteleuropa kam, mögen ausschließlich ruhige Gewässer. Von dieser Insektenart droht die Übertragung verschiedener Viruskrankheiten. Laut Umweltministerium überwacht daher das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin zusammen mit Kooperationspartnern die Ausbreitung in Bayern ebenso wie deren Bekämpfung. Eine Infektion durch die Tigermückenlarven sei bis jetzt jedoch nicht bekannt.

Johanna Werner-Muggendorfer warnt vor einem B.t.i.-Einsatz an offenen Gewässern: „Dort kann man die Bekämpfung der Stechmücken ihren natürlichen Feinden überlassen.“