Polizeibesuch bei der Polizeiinspektion Mainburg

PI Mainburg

Stefan Schuster (1 von links) mit PI Dienstellenleiter Josef Stanglmair (3 von links) und Stellvertreter, Johanna Werner-Muggendorfer (rechts)

Die  dünne Personaldecke sowie die Doppelfunktion als Flächen- und Autobahnpolizei mit der dafür notwendigen Ausstattung  in nur  einem Streifenwagen. Das sind die Hauptsorgen, die den Chef der Mainburger Inspektion (PI) drücken. Jetzt hoffen Johann Stanglmair und sein Team auf die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Johanna Werner Muggendorfer und Stefan Schuster.

Die Politikerin aus Neustadt an der Donau (Landkreis Kelheim)  hält durch ihre Besuche  persönlichen Kontakt auch zur Polizei in ihrem Landkreis: „Ich möchte wissen, wie es euch geht,“ sagte Werner-Muggendorfer, die nach der aktuellen Legislaturperiode nicht mehr für den Landtag kandidiert. Ihren Kollegen aus Nürnberg hatte sie diesmal mitgebracht, weil der ehemalige Berufsfeuerwehrler im Landtag  die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Fragen des Öffentlichen Dienstes inne hat. Er kennt daher die Probleme der dort Beschäftigten und wird nun mit seiner Kollegin versuchen die des Mainburger Inspektions-Chefs bei Vertretern der Staatsregierung anzusprechen, um Abhilfe zu schaffen. „Ich hoffe, dass wir einen Lösungsansatz finden,“ sagte Johanna Werner-Muggendorfer nach dem rund zweistündigen Gespräch. Dafür wird sich die Oppositionspolitikerin zusammen mit ihrem Parteifreund auch mit Kollegen der CSU zusammensetzen.

Die Belastung der Beamten der PI Mainburg zeigt sich auch darin, dass  zwei der Kollegen seit Monaten krank geschrieben sind. Dazu kommt noch die Kollegin im Mutterschaftsurlaub. „Es ist sehr schwierig, das Tagesgeschäft abzuwickeln, wenn 20 Prozent der Mitarbeiter nicht einsatzfähig sind,“ klagt Johann Stanglmair. Zudem werde dadurch auch „die Präsenz unserer Beamten, die sich die Bevölkerung wünscht“, eingeschränkt.  Dennoch, die Erfolgsbilanz der PI kann sich sehen lassen. Die Aufklärungsquote liegt bei über 60 Prozent, trotz der zusätzlichen Verantwortung für knapp 23 Autobahnkilometer (von Saalhaupt nach Neufahrn), wobei „ein Landpolizist auf der Autobahn eigentlich nichts verloren hat,“ so Stanglmair.  In der von ihm geleiteten Dienststelle muss jedoch „jeder alles betreuen.“ Denn jemanden nur für die Autobahn abzustellen, das sei „sehr problematisch.“ Eine zusätzliche Belastung daher für die gesamte Mannschaft. Dazu kommt die Problematik der Ausstattung. Denn es steht nur ein schneller Wagen mit Spezial- und Sicherheitsausrüstung für den Einsatz auf der BAB  im Fuhrpark. Daher müssen die Beamten, die sich im PI-Bereich im Einsatz auf dem Land bewegen, notfalls wieder in die Inspektion zurückkehren und dort die Autos austauschen, wenn sie zum Bsipiel bei einem Unfall nicht gleich mit ihrem aktuellen Dienstfahrzeug ohne Spezialequipment   zum Autobahn-Einsatz fahren wollen. Grund für Johan Stanglmairs  Wunsch, alle Fahrzeuge seiner Inspektion BAB-Einsätze fit zu machen. „In der aktuellen Situation kann ich meinen Kollegen nicht zumuten, ohne Spezialausstattung auf der A 93 zu agieren.“ Daher müssten die Flächen- in Autobahndienstgruppen umgewandelt werden. Das hat der PI-Chef auch mehrfach bei den politisch Verantwortlichen angesprochen, deren stereotype Antwort lautete: „Wo kommen wir da hin, wenn wir Ausnahmen zulassen.“  Johann Stanglmair jedoch bleibt hartnäckig: „Wir leisten das, was die Verkehrspolizei leistet, das muss anerkannt und honoriert werden.“

Ob dieser Situation zeigte sich Johanna Werner-Muggenorder empört: „Das ist skandalös.“ Gemeinsam mit Stefan Schuster, will sie sich nun dafür einsetzen, „dass sich die Situation der Beamten in Mainburg personell, in Ausstattung und Bezahlung  verbessert.“

Wegen der Unterbesetzung sind zudem mittlerweile 5.000 Überstunden angefallen,  die Johann Stanglmair nun hofft, durch ein von ihm entwickeltes  flexibleres Dienstmodell zu reduzieren.  Nicht leicht, „weil wir natürlich unseren Sicherheitsstandart halten müssen.“

Johanna Werner-Muggendorfer versprach auf höchster Ebene, „auf ihre Probleme aufmerksam zu machen.“  Ob sich darauf etwas zum Positiven  ändere, „das können wir leider nicht versprechen.“

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