Zu wenig Beamte stemmen wachsendes Arbeitspensum

PI Keh

Mit Johanna Werner-Muggendorfer und Stefan Schuster (ganz rechts) gaben sich gleich zwei Landtagsabgeordnete bei Erich Banczyk, dem Chef der PI Kelheim (2.v.l.) und dessen Stellvertreter Georg Huber die Ehre

SPD-Abgeordnete Johanna Werner-Muggendorfer schaute bei der PI Kelheim vorbei und versprach Hilfe

 

Nach Mainburg schaute die SPD-Abgeordnete Johanna Werner-Muggendorfer auch bei der Polizeiinspektion Kelheim vorbei. Die Mitarbeiter der Dienststelle in der Kreisstadt sehen sich mit ähnlichen  Herausforderungen  wie die Kollegen im Süden des Landkreises konfrontiert.

Auch in Kelheim eine  Mannschaft, die vielfältige Aufgaben zu bewältigen hat. Erich Banczyk, erster Polizeihauptkommissar klagte nicht, doch MdL Johanna  Werner-Muggendorfer verstand bei ihrem Besuch den  Chef der Inspektion Kelheim (PI) sofort: „Die Zahl der Mitarbeiter ist der Schlüssel zu allem“ .

Zusammen mit ihrem Kollegen Stefan Schuster (stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Fragen des Öffentlichen Dienstes) ließ sich die SPD-Politikerin ausführlich über die Arbeit der Beamten  informieren. Denn „erst die Heimat, dann die Partei“, lautet ihre Devise. Für die Abgeordnete  gehören aus diesem Grund regelmäßige Besuche öffentlicher Einrichtungen im Landkreis zur Pflicht: „Ich möchte nicht nur zuhören, sondern auch etwas bewegen,“ betonte sie und versprach am   Ende des Gesprächs: „Ich hoffe, dass mein Parteifreund und ich nun gemeinsame Lösungsansätze für ihre Probleme finden und umsetzen können.“  Dazu werde man auch die Verantwortlichen der Staatsregierung kontaktieren.

Sorge Nummer eins ist,  wie in den meisten Inspektionen im Freistaat, die recht knappe Personaldecke mit der das stetig steigende  Arbeitspensum kaum mehr zu bewältigen sei, beschreiben Georg Huber (Leiter Verfügungsgruppe) und Erich Banczyk die aktuelle Lage. Laut Banczyk gehört die PI Kelheim zu den am stärksten belasteten Dienststellen in ganz Niederbayern.  Zusätzlich verschärft immer mehr Erfassungstätigkeit durch die Streifenbesatzungen am Computer die Situation. Immerhin müssen die rund 58 Beamten (Sollstärke 70) eine  Fläche von 673 Quadratkilometern der 1066 Quadratkilometer,  die der Landkreis umfasst betreuen. Der südliche Bereich sowie die dazugehörende Autobahn BAB 9 fallen in den Verantwortungsbereich der PI Mainburg.

Auch erschwert die Lage des Landkreises im Zentrum des Freistaats, direkt an die Bezirke Oberbayern und Oberpfalz grenzend die Arbeit.  Mit den beiden Bundesstraßen 299 und 16 (zusammen 33 Kilometer), den Land-, Kreis- und Gemeindestraßen (1.106 Kilometer) sowie dem 800 Kilometer langen Radwegenetz, zeichnet die PI Kelheim zudem noch für 40 Flusskilometer  der Bundeswasserstraßen mit wachsendem Personenschiffsverkehr  auf Donau und Rhein-Main-Donaukanal verantwortlich. Eine weitere Besonderheit: Oft müssen wegen der Brücken über Kanal und Donau, lange Wege zu den Einsatzorten zurückgelegt werden.

Als „sehr gut“ lobte Johanna Werner-Muggendorfer die eigenen Polizeiwachen  in Bad Abbach, Riedenburg, Abensberg und Neustadt: „Es ist wichtig Präsenz zu zeigen und der Bevölkerung einen Ansprechpartner zu bieten.“

Die Kelheimer Polizei würde gerne noch mehr Präsenz zeigen, doch der Arbeitsdruck sei durch die knappe Besetzung „einfach zu groß“, wie Georg Huber betonte. Zudem müsse in der Inspektion nahezu „jeder alles tun“. Das Arbeitsspektrum reicht vom Innendienst mit Administration und Qualitätssicherung  bis zu Prävention und Verkehrserziehung an Schulen sowie dem täglichen Einsatzaufkommen. Das stresst besonders, da es bedingt durch die Asylthematik sowie der insgesamt  steigenden Tendenz an Veranstaltungen (z.B. Volksfeste, Gillamoos etc.) oder der Begleitung von Schwertransporten stetig wächst. Einsätze,  die „genau vorbereitet werden müssen.“

„Wir schneiden vieles aus dem eigenen Fleisch“, betonte Erich Banczyk. Derzeit arbeitet die Dienststelle an einem neuen Arbeitszeitmodell: „Wir wollen solche Modelle probieren, die zum Einen für die Inspektion machbar und zum Anderen aber unseren Kolleginnen und Kollegen, die teils sehr weite Anfahrtswege  haben, entgegen kommen“.

 

Info-Kastl

Nach Angaben der Staatsregierung wurden im Bayerischen Doppelhauhalt 2009/2010 1.000 neue Stellen für Polizei und Verfassungsschutz eingeplant, im Doppelhaushalt 2015/16 insgesamt 50 zusätzliche  Planstellen. 330 Ausbildungsstellen sollen zudem die steigende Zahl der Eintritte in den Ruhestand zwischen 2015 und 2020 ausgleichen. Sie bewegen  sich durchschnittlich bei 1.000 pro Jahr. In Niederbayern waren es im vergangenen Jahr 65. Daher können heuer insgesamt 1.200 Polizeianwärter eingestellt werden.  Im Februar 2015  befanden sich 3.013 Beamte beim Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei in Ausbildung, im Sonderprogramm München 95. Mit zusätzlichen Ausbildungsseminaren werde die Ausbildungskapazität bis 2020 ausreichen.  Ziel, der Personalzuteilungen an die einzelnen Polizeipräsidien sei es, Bayernweit eine ausgewogene Personalausstattung sicherzustellen.

 

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