Wochenrückblick

 Wochenrückblick KW 22

BY Eisenstein SPDSie setzen sich für einen intensiven  Austausch zwischen Tschechien und Bayern „auf Augenhöhe“ ein: v.l. Kaspar Sammer (EUREGIO), Bürgermeister Michal  Snebergr, Gemeinderat Markus  Nowak,  MdL Bernhard Roos mit seinen Kollegen Johanna Werner-Muggendorfer, Markus Rinderspacher sowie  Ruth Müller und Helmut Fiedler (DGB)

Bayerisch Eisenstein. Vor 25 Jahren fiel der „Eiserne Vorhang“, doch noch immer fehlt es zwischen Bayern und Tschechien an flüssigen Verkehrsverbindungen, konstruktiver  Zusammenarbeit in der Energieversorgung, Bildung  und auf dem Arbeitsmarkt. Die SPD-Fraktion im Landtag möchte das ändern und lud deshalb zur Regionalkonferenz nach Bayerisch Eisenstein.

Im Mai 2004 trat Tschechien der EU bei, in diesem Jahr fungiert Pilsen als Kulturhauptstadt der Europäischen Gemeinschaft und  zwischen Bayerisch Eisenstein und dem tschechischen Nachbarn  Zelenza Ruda (Markt Eisenstein) herrscht seit zehn Jahren ein reger Austausch. „Enorme Fortschritte,“ betonte Gastgeber MdL Bernhard Roos. Mit allen Anwesenden, darunter auch SPD-Fraktionschef Markus Rínderspacher und dessen  niederbayerische Kolleginnen  Johanna Werner-Muggendorfer und Ruth Müller, war er jedoch einig: „Im Grenzraum gibt es trotzdem noch enormen Handlungsbedarf.“

Johanna Werner-Muggenorfer dankte vor allem denen, „die den Austausch und das Zusammenleben in dieser Region Tag für Tag praktizieren.“ Die Abgeordnete aus Neustadt an der Donau war aus dem fast 200 Kilometer entfernten anderen Ende Niederbayerns angereist. Sie schloss sich der Forderung an, die schulischen Verbindungen zwischen der tschechischen Nachbargemeinde und  Bayerisch Eisenstein „noch erheblich zu verbessern“. Weil  die  Schule am Ort geschlossen wurde, müssen   die Kinder jetzt mit dem Bus  ins knapp 45 Kilometer entfernte Cham reisen. „Kein Zustand,“ so die Politikerin und versprach: „Da werden wir in München noch kräftig  anschieben.“

Auch auf dem Sektor Energie laufen die Projekte in Tschechien und beim deutschen Nachbarn auseinander. Während man dort auf Atomkraft setzt, wird hier an der Energiewende gearbeitet. Und weil die bayerische Staatsregierung  sich erst spät zu einer Annährung entschlossen hat, hapert es an schnellen Verkehrsverbindungen auf Straße und Schiene. Kaspar Sammer, Geschäftsführer des kommunalen Verbands EUREGIO: „Es ist unmöglich, dass man heute mit dem Zug noch sechs Stunden von München nach Prag reist.“ Ebenso beklagten die Anwesenden den „Mangel  des Interesses an der tschechischen Sprache,“ was auch auf den „rückläufigen Schüleraustausch“ zurückzuführen sei.

Michael Adam, SPD-Landrat in Landkreis Regen fühlt sich von der Staatsregierung in München allein gelassen: „Deshalb kommen wir mit unseren Zielprojekten nicht voran.“ Auch das Miteinander vermisst der  „leidenschaftliche Vertreter von Partnerschaften.“  Adam hätte gerne ein Abkommen mit Tschechien wie den Staatsvertrag zwischen Deutschland und Frankreich in den 60er Jahren, in dem der Austausch zwischen beiden Nationen festgeschrieben worden war.

Helmut Fiedler, Abteilungsleiter für grenzüberschreitende Beziehungen im DGB vermisst „Gemeinsamkeiten in der beruflichen Ausbildung.“ Nur damit könne man im eigenen Land und beim tschechischen Nachbarn dem Mangel an Fachkräften entgegensteuern. Und: „Wenn ein tschechischer Kollege hier arbeitet, dann muss er das für die gleiche Bezahlung machen dürfen, wie sein deutscher Kollege.“ Denn gute Nachbarschaft könne nur „auf Augenhöhe“ praktiziert werden.

Michael Snebergr, Bürgermeister der Nachbargemeinde appellierte daran,  noch enger zusammen zu agieren: „Nur das bringt uns Prosperität.“  Dafür steht für ihn zum Beispiel  das Projekt des gemeinsamen Kindergartens in Bayerisch Eisenstein: „Das fördert die Gemeinsamkeit enorm.“ Er regte sogar an „auch über eine einzige Gemeinde zu sprechen.“  Snbeergr: „ Wenn wir zusammen diese Region auf- und ausbauen, haben wir die besten Chancen für eine positive Entwicklung. “

 

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